Optimale Lichtplanung

Eine Lichtplanung ist optimal, wenn sie auf die jeweilige Raumsituation und die Nutzung eingeht, die Besonderheiten des Gebäudes und die Intention des Architekten einbezieht, und Licht als zusätzlichen Werkstoff und als Gestaltungsmittel behandelt. Künstliche Beleuchtung kann der natürlichen überlegen sein. Dem Beobachter werden Wahrnehmung und Orientierung im Umfeld der Architektur erleichtert. Licht wird zur vierten Dimension in der Architektur.
 
 
Raumbereiche und Raumfunktionen
 
Der Raum wird zur Lösung der Beleuchtungsaufgaben in Funktionen und Bereiche gegliedert. Raumbereiche sind Arbeitsplätze, Verkaufsflächen, Theken- und Regalpräsentationsflächen sowie Eingangsbereiche und Wegezonen. Man spricht von der Zonierung des Raumes. Es wird geklärt, welche Aufgaben die einzelnen Zonen hinsichtlich ihrer Funktionalität und Emotionalität erfüllen sollen.
 
 
Licht formt den Raum
 
Mit Erfahrung und Einfühlungsvermögen wird entschieden, welche Lichtwirkungen die Aufgabenstellung optimal lösen. In den einzelnen Zonen setzt man Licht zur Grund- und Akzentbeleuchtung oder zur speziellen Wegeführung, Orientierung und der Betonung architektonischer Stilmittel ein. Das Licht formt den Raum und unterstützt den Betrachter in seiner Wahrnehmung. Es steht eine nahezu unbegrenzte Anzahl an Stilmitteln und Kombinationsmöglichkeiten von Licht und Lampen zur Verfügung. In diesem Zusammenhang empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern, wie z. B. den Lichtplanungsspezialisten der OSRAM LIGHT CONSULTING.
 
 
Licht und Lampe
 
Je nach Beleuchtungsaufgabe kommen eine oder mehrere Lampentypen in Frage. Mit Hilfe von ersten Abschätzungen und Berechnungsprogrammen werden Anzahl und Leistungsaufnahme sowie weitere technische Details der ausgewählten Lichtquellen festgelegt. Dies geschieht schon in enger Abstimmung mit der Leuchtenauswahl.
 
 
Leuchtenauswahl
 
Bei der Auswahl der Leuchten müssen, je nach Anforderung der DIN 5035 und der Arbeitsstättenrichtlinien, die im folgenden Text erläuterten Gütemerkmale berücksichtigt werden. Dabei sind die Auswahl der Brennstellen, die Ermittlung ihrer Anzahl und ihrer Positionierung oft ein iterativer Prozess.
 
 
Feinabstimmung
 
Es sind bei der Lichtplanung oft viele, manchmal konträre Gesichtspunkte zu vereinbaren. Dabei ist das Design und die Leuchtentechnik, die Wirtschaftlichkeit sowie die Energieeinsparung und die Wechselwirkung mit anderen Gewerken zu beachten.
 
 
 
Gütemerkmale der Beleuchtung:
 
Im Weiteren wird auf folgende Gütemerkmale näher eingegangen:
 

  • Beleuchtungsniveau
  • Leuchtdichteverteilung
  • Blendungsbegrenzung und Lichtrichtung
  • Lichtrichtung und Schattenwirkung
  • Lichtfarbe und Farbwiedergabe
  • Behaglichkeitsbereich


 
 
Beleuchtungsniveau
 
Das Beleuchtungsniveau hat einen wesentlichen Einfluss auf die Arbeitsleistung und die Produktivität sowie auf die Arbeitssicherheit. Gleichzeitig mit dem Beleuchtungsniveau steigen auch die Beleuchtungskosten an. Deshalb sind die Richtwerte für Beleuchtungsstärken in der Regel Kompromisse zwischen Sehleistung, Annehmlichkeit, Kosten und Energieverbrauch.
 

E [Lux] Anwendung
³ 20 Flure und Nebenräume
³ 50 Produktionsanlagen ohne manuelle Eingriffe
³ 100 Produktionsanlagen mit gelegentlichen manuellen Eingriffen
200 Minimum für Arbeitsräume mit ständig besetzten Arbeitsplätzen
300 Arbeitsräume für mittelfeine Arbeiten (z.B. Schlosserei)
300 - 500 Raumzonen mit Bildschirmarbeitsplätzen
500 Arbeitsräume für normale bis feine Arbeiten (z.B. Büroarbeiten)
³1000 Einzelplatzbeleuchtung mit zusätzlicher Allgemeinbeleuchtung für sehr feine Sehaufgaben (z.B. Feinstmontage)


 
 
 
 

Leuchtdichteverteilung
 
Die deutsche Industrienorm DIN 5035 empfiehlt für eine optimale Wahrnehmung Leuchtdichteverhältnisse zwischen In- und Umfeld von 3:1. Dabei ist das Infeld die Arbeitsfläche und das Umfeld die unmittelbare Umgebung der Arbeitsfläche. Eine optimale Helladaptation des Auges ist so gewährleistet.

 
 
 
 
 
Blendungsbegrenzung
 
Bei Auswahl und Positionierung von Lampen und Leuchten sollte immer auf mögliche Blendungsgefahren geachtet werden. So kann eine ungünstige Anordnung zur Direktblendung (direkter Einblick ins Leuchtmittel) oder zur Reflexblendung (über glänzende und spiegelnde Oberflächen) und damit zu einer Beeinträchtigung der Sehleistung führen. Um Reflexblendungen zu minimieren, sollten Oberflächen z.B. von Arbeitsflächen möglichst matt sein. Darüber hinaus dürfen die mittleren Leuchtdichten an den Raumbegrenzungsflächen nicht größer als 200 cd/m2 sein.

 
 
 
 
 
Direktblendung
  Indirektblendung

 
 
 
 
 
Lichtrichtung und Schattenwirkung
 
Für Rechtshänder sollte bei allen Tätigkeiten das Licht von links auf die Arbeitsfläche fallen. Andernfalls kann es zu ungünstigen Schattenbildungen und den damit verbundenen Wahrnehmungsbeeinträchtigungen kommen. Harte Schatten sollten dabei aber vermieden werden.

 
 
Lichtrichtung für Rechtshänder   Lichtrichtung für Linkshänder

 
 
 
 
 
Lichtfarbe und Farbwiedergabe
 
Verwenden Sie ausschließlich Lampen mit guter oder sehr guter Farbwiedergabe (z.B. LUMILUX-Leuchtstofflampen oder Halogenlampen), um Einrichtungsgegenstände und sonstige Materialien naturgetreu wiederzugeben.

 
 
Gute Farbwiedergabe
  Schlechte Farbwiedergabe

 
 
 
 
Behaglichkeitsbereich
 
Die kruithofersche Behaglichkeitskurve gibt an, bei welcher Farbtemperatur des Lichtes welcher Bereich an Beleuchtungsstärke als behaglich empfunden wird.

 
 
Direktblendung - behagliches Licht

 
So werden Beleuchtungsanlagen mit niedrigen Farbtemperaturen von 2700º bis 3000º Kelvin im Bereich von 50 bis 100 Lux als angenehm empfunden, höhere Beleuchtungsstärken dagegen als unangenehm. Bei einer Farbtemperatur von z.B. 6000º Kelvin müssen Beleuchtungsstärken von mindestens 500 Lux vorherrschen, um die Raumsituation als angenehm zu empfinden.