Oliver Westerbarkey: GASRALLEYROM
Eröffnung:
Dienstag, 4. September 2007, 19 Uhr
Ausstellungsdauer:
5. September – 2. November 2007
Montag – Freitag, 9 – 20 Uhr
Sonderöffnung zur Open Art:
Freitag, 14. September, 18 - 21 Uhr
Samstag/Sonntag, 15./16. September, 12 - 18 Uhr
In seiner Malerei und in seinen Buchobjekten reflektiert Oliver Westerbarkey vor allem Wahrnehmung und Bedingungen von Information und Bedeutung. Seine Malerei setzt er dazu ein, um bewusst das Illusionistische an deren Illusionismus aufzubrechen. In seinen Buchobjekten nützt er das Prinzip der Auslöschung und der sichtbaren Leerstelle, um mit Hilfe seiner „Eingriffe zweiter Ordnung“ das System seiner Vorlagen sichtbar zu machen.

Westerbarkey benützt nicht die Leinwand als Malgrund, sondern dringt mit seiner Malerei in den Raum ein, indem er alltägliche Objekte mit „Spiegelungen“ ihres Umfeldes übermalt. Die Trennung zwischen Bild und Umraum oder Objekt und Umraum wird damit umgeformt. In seinen jüngsten Arbeiten dienen Fernsehmonitore als Bildgrund für seine auf den unmittelbaren Ausstellungsort bezogene Malerei. Die gewohnte bilderzeugende Technik des Fernsehbildschirms wird mit eigenen „Stills“ vom Künstler überformt, die sich der gewohnten und beliebigen Masse der alltäglichen Bilderflut entziehen. Auch Westerbarkeys neue Arbeiten zeugen von dem Anliegen die eigene Arbeit mit dem umgebenden Raum in Beziehung zu setzen und Motive daraus aufzugreifen.
Ein weiteres zentrales Motiv für Oliver Westerbarkeys künstlerische Auseinandersetzungen sind Bücher und Zeitschriften. In der Auswahl seines Ausgangsmaterials konzentriert sich Westerbarkey dabei immer stärker auf Kunstbücher. Indem sie Realität selektiv aufbereitet darstellen, sind sie Interpretationen, die sich der Künstler seinerseits vornimmt und in die er anfangs durch Übermalungen, später mit dem Cutter unmittelbar eingreift. Mit seiner offensichtlichen Selektion zweiter Ordnung, in der er nach jeweils unterschiedlichen Regeln mit dem Cutter wieder Teile des Abgebildeten aus den Büchern entfernt, werden die Aussagen der Publikationen erweitert. Objekte seiner Behandlung sind Kunstkataloge wie das 2002 im Taschen Verlag erschienene Kompendium „Art Now“, das sich als Überblick der jungen Kunstszene versteht und bei seiner Auswahl von 137 Künstlern selbst die Strategie des „Ausschneidens“ in anderer Form betreibt.
Nachdem Westerbarkey den ersten Band in vertrauter Manier behandelt, entwickelt er für den zweiten Band eine neue Vorgehensweise, die das Motiv des Auflagenobjektes aufgreift. In seinen Sitzungen eines „verschärften Lesens“ entfernte Westerbarkey zunächst aus dem Katalog sämtliche abgebildeten Kunstwerke. Alle Seiten des von ihm mit Cutter veränderten zweiten Bandes von „Art Now Volume 2“ werden einzeln abfotografiert und neu gebunden. Als eine Neuausgabe anderer Art existiert der Katalog nun in einer zweiten, verlagsunabhängigen und in doppelter Weise „kunstvollen“ Auflage.
Oliver Westerbarkey
wurde 1969 in Konstanz geboren. Nach seinem Studium 1998-2002 an der Akademie der Bildenden Künste München war er 2002-2005 Meisterschüler bei Professor Norbert Prangenberg. 2003 erhielt er den Mahag Akademiepreis.
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Ausstellungen (Auswahl ab 2000, E = Einzelausstellung) |
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2007 |
GASRALLEYROM, OSRAM GALLERY (E) even hours, Berlin, Artionale, München |
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2006 |
Debutanten, Galerie der Künstler, München |
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2005 |
Bücher/neue Bücher, Agentur für bildschöne Bücher, Berlin |
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2004 |
Perry Ferrie, Studio Arndt, München (E) polish your image, Kunsträume, Kempten |
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2003 |
Bilder im Fluss, Kunstverein Würzburg |
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2002 |
Förderpreis junge Kunst, Saar Ferngas, Ludwigshafen Schlucht, Akademiegalerie, München (E) |
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2000 |
gestrandet, Odeonsplatz, München |
